Gestern kam unser Großer zurück – er hatte in den Herbstferien die Wildspitze (3774 m) bestiegen. Einschließlich schwieriger Gruppenmitglieder und all that jazz. Es ist schön, wenn die Kleinen Große werden. Das wusste schon Joni Mitchell in Ihrem Song Circle Game von 1966:
Mehr gibt’s da eigentlich nicht zu sagen.
Mein Politikstil ist ein anderer
unter dieser Überschrift berichtet die TAZ in einer Ausgabe vom August 2011 über eine wenig bekannte Berliner Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales.

Carola Bluhm (Linke) hat nicht nur ein in dieser Stadt wichtiges Ressort, einen riesigen Etat und an der Schnittstelle zwischen dem Prekariat und der Leistungsverwaltung jede Menge Konflikte und Probleme zu meistern. Sie hat vielmehr diesen Job auch seit 2009 -soweit mir bekannt- untadelig und völlig unauffällig, jedenfalls aber extrem skandalarm bewältigt. So auch der Tenor der Berichterstattung in der TAZ.
Und doch läuft etwas sehr seltsam mit diesem Bericht. Nämlich in der bildlichen Darstellung. Frau Bluhm hat -auch dies für eine selbstbewusste und engagierte Spitzenbeamtin in diesem Ressort sympathisch und nachvollziehbar- an der Wand ihres Büros schwarzweiße Fotografien von Frauenbrüsten. Unterschiedliche, bekleidete, jugendfreie Frauenbrüste, die in meinen Augen künstlerisch anspruchsvoll sind und interessante Botschaften transportieren. Die Fragen aufwerfen. Zum Denken anregen. Mehr kann eine Bürodekoration und Kunst eigentlich nicht leisten. Und wo ist das Problem? Die untadelige Senatorin wird vor ihren Bildern von schräg unten fotografiert. Und heraus kommt dieses Bild.

Carola Bluhm (Linke) in ihrem Büro - Quelle: TAZ
Die Senatorin führt offensichtlich viele Gespräche vor diesen drei Bildern. Und einer kleinen Statue, die auf dem Bild der TAZ nicht zu sehen ist. Der Fotograf der Senatsverwaltung hat jedenfalls eine andere Perspektive gewählt, wie hier zu sehen ist.
Das Pressebild der TAZ ist als Fotografie interessant, ehrlich und authentisch. Aber ist das frauenfeindlich? Hätte der/die Fotografin eine andere Perspektive wählen müssen? Muss sich die Senatorin Gedanken machen über ihre Außendarstellung? Oder kommt sie einfach authentisch rüber?

Grafik: Tagesschau.de
Die Euro-Krise ist in Wirklichkeit eine Zocker-Krise. Die Banken und ihre Kunden haben Angst um Anleihen in Griechenland und anderswo. Es wird eine Krise herbeigeschrieben und nach staatlichen Garantien für private (!) Investments gerufen. Dabei sind die Zahlen ganz einfach (gefunden in BrandEins Ausgabe 6/2011)
Staatsschulden Griechenlands im Jahr 2010 in Prozent des Bruttoinlandsprodukts 140
Staatsschulden Japans im Jahr 2010 in Prozent des Bruttoinlandsprodukts 218
Anteil griechischer Staatsanleihen, die von ausländischen Investoren gehalten werden, in Prozent 79
Anteil japanischer Staatsanleihen, die von ausländischen Investoren gehalten werden, in Prozent 6
Ist doch klar, dass Banken und deren zum Risiko verführte Anleger die Sozialisierung von Forderungsausfällen befürworten. Meine Altersgenossen und nicht nur die haben aber schon die deutsche Einheit finanziert – jetzt auch noch die Zockereien von Ackermann und dessen Kunden? Wen außer dem Finanzmarkt interessiert eigentlich eine Finanzmarktkrise?
Auf der Durchreise in die Bretagne: Gent, eine mittelalterliche Stadt in Belgien. Die Stadt ist unvermutet in high Spirits, weil im Sommer ein beliebtes Touristenfestival stattfindet. Bier gibt es in Massen, und die Stadtverwaltung schreitet ein:

Heute in der TAZ (von Arno Frank):
Vielleicht zeugt es ja wirklich von ökojakobinischem Furor, ausgerechnet dem Popstar vorzuhalten, er versuche im falschen das richtige Leben zu leben. Eine soziologisch geschulte Musikkritik lebt davon, jedem halbnackten nordschwedischen Popsternchen eine gesamtgesellschaftliche Relevanz anzudichten. Wenn ein echter Popstar tatsächlich gesllschaftlich aktiv wird, macht er sich dagegen zur Zielscheibe von Hohn und Spott.
Die Rede war von Sting, Bono und Bob Geldof.
Frau Mariah Carey hat damit nichts zu tun. Sie ist weder Popsternchen, noch nordschwedisch. Nur halbnackt.
Performer ist mein neues Lieblingswort. Und der Schöneberger MdA Lars Oberg (SPD) verkündet gerade auf seiner persönlichen Homepage,
Politik ist nur Show – NICHT in Schöneberg
und meint damit vermutlich, dass er keine Show macht, sondern “harte Arbeit” und “… daran arbeitet, die Lebensbedingungen in Schöneberg und Berlin zu verbessern”. So nämlich geht der Text weiter nach dem grünen (!) Bild.

Wovon man im Bezirk wenig mitbekommt. Schon oft habe ich von politisch aktiven Bekannten und Freunden aus der Nachbarschaft gehört:
Was tut der Oberg eigentlich, außer sich selbst darzustellen?
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“Ich hätte da eine interessante Kapitalanlage vom Risikotyp Chance für Sie”, sagte der Anlageberater am anderen Ende der Telefonleitung. Er ist ein ehmaliger Mitarbeiter einer großen deutschen Bank und vertreibt bereits seit mehreren Jahren die Produkte einer anderen deutschen Großbank. Das Gespräch endete etwas abrupt.
Auch die Einschätzung war scheinbar falsch. Wie die Hamburger Sparkasse ihre Mitarbeiter dazu schult, Kunden umzuhauen, kann man in dieser Präsentation lesen, die beim NDR veröffentlicht ist.
Das so ungeschickt eingeleitete Kundengespräch endete abrupt. Und noch heute fragt sich die Angesprochene, wie der freundliche Mann zu so einer groben Fehleinschätzung der Kundenpersönlichkeit kommen konnte. Oder war nur die Provision für diesen Risikotyp höher?
Wer es noch nicht gehört haben sollte: Jemand hat der TAZ die vollständigen Verträge über den Verkauf der Berliner Wasserbetriebe im Jahr 1999 zugespielt. Die Verträge sind jetzt zum Download abrufbar.
Wie einer dpa-Meldung zu entnehmen ist, beschließt Kanzlerin Merkel diesen Sonntag mit dem Kabinett über eine Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke. Vorangegangen ist ein unglaubliches Trommeln der Atom-Lobby und des BDI, die unter anderem in einem schlichtweg peinlichen offenen Brief zusammen mit Oliver Bierhoff (Deutscher Fußballbund und anerkannter Experte im Bereich der Energiepolitik) darauf hingewiesen haben, wie wichtig weiter glühende Atom-Meiler für die Gewinne der deutschen Wirtschaft sind.
Aber wen stört denn Peinlichkeit? Dieses Jahrzehnt wird neue Regeln für politischen Lobbyismus erfinden müssen. Und nicht nur Greepeace muss darüber nachdenken, wie das Volk der schamlosen Einflussnahme von Merz, Koch-Merin und Ackermann und ähnlichen Lobbyisten ebenso erfolgreiche Lobbyarbeit entgegensetzen kann.
Da passt der “Spruch des Tages” der Freie Welt Blogzeitschrift wie die Faust auf’s Auge:
“In der Politik geht es nicht darum recht zu haben, sondern recht zu behalten.”
- Konrad Adenauer-
Zwei Jugendliche wurden von einem Zug getötet, alle Verbindungen nach Hamburg sind verspätet oder fallen aus, der Koffer ist zu groß und alle sind traurig.
Dafür kommen die neuen Freunde aus der neuen Schule in dem fremden Land zum Bahnhof. Und das linke Mädchen fährt zurück nach Georgien.
