Joni Mitchell's Blue in Gold

Ein guter Freund hat mir das Album von Joni Mitchell „Blue“ (1971) geschenkt. Aber die ultimative, die Gold-CD – direkt abgenommen vom Masterband, das der damalige Toningenieur1 schon als gelungene Aufnahme aus der frühen Transistor-Ära bezeichnete. Recht hatte er.

Wie großartig die Musik ist, wusste ich schon immer und habe das schon mal bei Amazon.de beschrieben. Aber was für ein perfekter Sound. Ich habe dieses Album zig mal gehört, von der griechischen Strandtaverne (vom Cassettenrekorder) über Vinyl (mit und ohne Hifi) bis hin zur „normalen“ CD von meiner Anlage. Es hörte sich immer gut, ausgewogen und musikalisch an, selbst die teilweise fledermausartig hohen Gesänge Joni’s. Warm klingende (!) Stahlsaiten, der harte Anschlag des Dulcimer, harmonische Bässe, das dumpfe Plockern der Percussions – „All I Want“, der Opener ist musikalisch und aufnahmetechnisch kaum zu übertreffen. Und die nicht wenigen Menschen, welche Mitchell’s Stimme gerade auf diesem Album unangenehm finden, sollen sich einfach von einem guten Freund diese Pressung schenken lassen oder das alte Vinyl aus dem Schrank holen. Gute Freunde muss man haben 🙂

Rating: ★★★★★ DR = 11

Und wer sich fragen sollte, was ein Dulcimer ist, sieht das hier: Carey ist der dritte Titel von diesem Ausnahmealbum.


  1. Steve Hoffman 

Circle Game up the Hill

Gestern kam unser Großer zurück – er hatte in den Herbstferien die Wildspitze (3774 m) bestiegen. Einschließlich schwieriger Gruppenmitglieder und all that jazz. Es ist schön, wenn die Kleinen Große werden. Das wusste schon Joni Mitchell in Ihrem Song Circle Game von 1966:

Mehr gibt’s da eigentlich nicht zu sagen.

Fritz Lang "M" – ein Film, der alle Filme ist

Eben in unserem Heimkino: „M“ – ein schwarzweißes Meisterwerk von Fritz Lang aus dem Jahr 1931.

Jeder hat davon gehört, die meisten ihn nie ganz gesehen. Lohnt sich aber:

Beklemmend und witzig, unglaublich durchdacht. Es stimmt und fasziniert fast jede Einstellung. Und der Film hat Alles: Grusel, Krimi, derbe Komödie, Metapher (zwei unterschiedliche Gesellschaften mit gleichen Methoden, die Verfolgung Andersartiger), Lokalkolorit (Berlin mit Kneipe und Straße) und zuletzt gibt es großes „Court Drama“ mit offenem Ende und Appell an die Menschlichkeit. Und diese trickreichen Einstellungen. Lange Kamerafahrten, skurrile Details (Einbruchswerkzeuge, hunderte von Rauchartikeln) – da gibt es immer wieder was zu entdecken. Die Statisten bewegen sich mit der Grazie von Tänzern. Jede Nebenrolle bestens besetzt. Der damals noch junge Gustav Gründgens unglaublich physisch und bedrohlich als der „Schränker“. Mio – großes Kino!