The Three Pickers – Doc Watson, Earl Scruggs, Ricky Scaggs

3 ältere Männer mit Saiteninstrumenten und das live,

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Rating: ★★★☆☆

Ältere Männer mit Saiteninstrumenten: Ricky Skaggs (* 1954) ist der Jüngste an Gitarre und Mandoline mit nur 45 Jahren Erfahrung als Musiker; der legendäre Earl Scruggs (*1924) am Banjo und der nicht minder legendäre Doc Watson (* 1923) an der Gitarre spielen ganz entspannt mit einigen Gästen ein Live-Konzert nur mit traditioneller Bluegrass-Musik.

Längere Ansagen wechseln sich ab mit zum Teil rasend schnellen, manchmal auch überragend schön gesungenen Folk- und Countrynummern. So jugendlich frisch und rasant ist das meist, dass es einen vom Hocker reißt. Höhepunkte des Konzerts sind die Titel mit der famosen Alison Krauss (Stimme und Geige). “The Storms are On The Ocean” und vor allem das fantastisch Acapella eingesungene “Down To The River And Pray” verströmen auch durch den Kontrast der etwas belegten Stimmen der älteren Männer mit dem unaufdringlich schönen Sopran von Krauss eine solche Wärme und Leidenschaft, wie es nur in einem gelungenen Live-Gig möglich ist. Das Publikum geht richtig mit, es kommt zu einem abwechslungsreichen Miteinander von Künstlern und Publikum, das ein gutes Live-Konzert auszeichnet.

Und für die Freunde virtuoser Saitenmusik ist das Album auch ein Muss: Earl Scruggs hat die amtlichen Schulbücher für Banjo geschrieben und spielt so abwechslungsreich und tricky wie ein junger Gott. Ricky Scaggs steht dem in nichts nach. Und wie Doc Watson mit angenehm fließenden Läufen auch in höchstem Tempo für die Begleitung sorgt – einmalig.

Das Album ist auch als DVD mit dem gesamten Bildmaterial erhältlich – ein außergewöhnliches Konzert.

Aztec Camera – rasante Gitarren und etwas Melancholie

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Rating: ★★★★★

Dieses Album erschien 1983 und ließ mich bis heute nie los. Ein überragendes Pop-Album, zeitlos, elegant und mit viel Stimmung. Roddy Frame, der Mastermind und Singer Songwriter präsentiert hier mit seiner Band melancholischen Folk-Pop mit teilweise sehr extravaganten Gitarrenparts.

Schon der rasante Opener “Oblivious” zeigt, wo es langgeht: Vertrackte Rhythmen und Harmonieren zu sehr eingängigen und poppigen Melodien, die mit fast traurigem Gesang kombiniert werden.

Roddy Frame ist ein ganz origineller Gitarrist. Ohne große Soundspielereien, dafür aber mit viel Druck und reich an Abwechslungen spielt er wie eine Mischung aus Joe Pass und Stevie Ray Vaughan. Und die Songs haben wirklich große Klasse: “Walk Out To Winter” überzeugt mit einer bestechenden Hookline und rasantem Zusammenspiel der Band. Ähnlich kommt das melancholische “We Could Send Letters” daher. In “Release” driftet Frame sehr gekonnt in feinste Melancholie zur gepflegten Gitarrenbegleitung ab, um bald danach mit dem hymnischen “Back On Board” das Album drei Songs vor Ende abzuschließen.

Ein Album mit sehr viel Langzeitwert durch die rauen, unverwechselbaren und vertrackten Songs.

Lowell George summt aus dem Grab "Roll Um Easy"

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Rating: ★★★½☆
Lowell George, der “Admiral” und Sänger der grandiosen Band “Little Feat” starb 1979. Fast 20 Jahre später machten sich 1998 mit diesem Tribute-Album einige Hardcore-Fans aus dem Umfeld von George und Little Feat daran, die Songs von George neu aufzunehmen. George ist für mich bis heute der mit Abstand kreativste, abwechslungsreichste und intelligenteste Songwriter im Grenzbereich zwischen Rock, Country und Folk. Da hätte es sich doch angeboten, einige der bekannteren und zutiefst originellen Hits von George wie die Fernfahrer Hymne “Willin” oder den rasanten “Dixie Chicken” zu covern und gut wäre es gewesen. Weit gefehlt! Dies ist ein Projekt von Hardcore-Fans. So leicht wollte es sich niemand machen.

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Amy Winehouse – geniale Jazzmusikerin?

Wenn die NETZEITUNG MUSIC: Chronik eines angekündigten Todes nach dem Konzertbesuch einer beeindruckten Journalistin dramatisch vermeldet, die britische Popsängerin Amy Winehouse sei nicht nur vollständig zugedröhnt, sondern auch brilliant, ja genial…

Also da hatte ich schon nach dem sehr ruppig gesungenen Erstling “Frank” erhebliche Zweifel. Und die haben sich bis heute nicht gelegt. Amy Winehouse ist nach meinen bescheidenen Vergleichsmöglichkeiten keine brilliante Sängerin. Konzertbesucher, die solches behaupten, mögen einmal Madeleine Peroux, Malia, Rebekka Bakken oder Holly Cole hören, um überhaupt eine Vergleichsmöglichkeit zu haben. Und von Genie ist Amy Winehouse mit Sicherheit ebenso weit entfernt wie vom Jazz. Wer solche verquasten Huldigungen von sich gibt, outet sich damit als skandal-lüstern und kann dies in der gelben Presse besser unterbringen. Oder sollte sich einmal Gedanken machen über die Zusammenhänge zwischen öffentlichem Drogenkonsum, gefälliger Vermarktung und Musikindustrie.

Sony RDR HXD870B DVD- und Festplattenrecorder mit DVB-T

Erlesene Technik, funktionaler als 90 % aller Multimedia-Computer,

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Rating: ★★★★☆

Nein, ich interessiere mich nicht für Technik. Aber wenn die Technik der Kultur hilft wie hier, dann doch: Nach einigen frustrierenden Versuchen zum Bau eines wohnzimmertauglichen PC für Audio und Video und nach ausführlichem Studium vieler Testberichte diesen Sony gekauft. Er ist technisch identisch mit der HX 750-Serie die bei Tests zusammen mit den Panasonic Geräten meist vorn liegt, hat aber einen eingebauten DVB-T Tuner.
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Herbie Hancock macht's mit Joni Mitchell

Joni Mitchell als Inspiration und ultra-cooler Kammerjazz
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Rating: ★★★★½

Herbie Hancock ist als Musiker dann am überzeugendsten, wenn er es richtig krachen lässt (wie auf seinem tollen Frühwerk “Headhunters”) oder wenn er seine Fähigkeit zu sparsamstem, kühlen Pianospiel richtig kultiviert. Hier gelingt ihm Letzteres wunderbar – kein Joni-Mitchell Coveralbum (dazu sind die Stücke vielfach zu weit von den Originalen entfernt), aber auch keine einfallslose Hommage. Weiterlesen

Ausstellung Werner Mühlbrecht im Wedding

Wie das Landesamt für Gesundheit und soziale Aufgaben meldet, sind die Werke des seit langen Jahren in Berlin lebenden Malers Werner Mühlbrecht jetzt in einer recht vollständigen Ausstellung zu sehen:

Werner Mühlbrecht „Malerei und Zeichnung“
Ausstellung vom 22. September bis 4. November 2007 in der
Artothek der Sozialen Künstlerförderung, Galerie
Gustav-Meyer-Allee 25, 13355 Berlin
Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag, 14.00 bis 19.00 Uhr

Werner Mühlbrecht im AtelierIch habe die Ausstellung gesehen und war beeindruckt. Werner Mühlbrecht hat eine ganz eigene Bildsprache, die er über einen langen Zeitraum von mehr als 40 Jahren konsequent weiter verfolgt hat. Realistische Themen werden von ihm in oft sehr großformatigen Ölgemälden und Kreidezeichnungen gleichsam durch einen “künstlerischen Reißwolf” von Perspektive und Farbgestaltung gedreht. Heraus kommen beeindruckende Bilder mit ungewöhnlichen Perspektiven und Farbstellungen.

Sehenswert ist die Ausstellung außerdem, weil sie die bisher wohl vollständigste Sammlung auch von frühen Werken dieses wenig ausgestellten Künstlers zeigt, an dem der modische Kunstbetrieb spürbar vorbei gegangen ist. Ein lohnender Ausflug in den Wedding. Sehenswert!

Rating: ★★★★☆

Weiterer Link: Lebenslustig ohne Menschen

Soulsyndicate am 05.10.2007

Bassist Oliver OstendorfWie der Website von Soulsyndicate zu entnehmen ist, spielen die Jungs ihren tanzbaren Soul im

Zosch, Fr. 05.10, 22:Uhr

und ich tanze um diese Zeit noch ganz ernsthaft Cha-Cha. Wo das Zosch ist? Keine Ahnung.

Eigentlich wollte ich der Welt nur mal zeigen, wie ein stoischer Bassist (hier: Oliver Ostendorf) im letzten Drittel eines anstrengenden Live-Gigs guckt.

Rote Insel auf Wikipedia

Ansicht Gasometer

Erstaunlich, was Andere leisten: Auf Wikipedia hat jemand einen ganz ausführlichen, detailfreudigen und gelungenen Artikel über die rote Insel geschrieben.

Das ist immerhin “unser” Teil Schönebergs und noch nirgends wurde er im Web so ausführlich dargestellt wie dort. Gelungen!