Lowell George @34

A short intermission for one of the greatest songwriters and crooners in rockmusic – Lowell George, who died on june 29th 1979 from heart-attack at the age of 34 shortly after finishing his only solo album “Thanks, I’ll Eat It Here“. This song “20.000.000 things to do” is taken from this album, which remains some kind of a legacy (and is on my “Top 10 Albums for the Island” list forever).

RIP, George.

Sitzungshorror Stadtplanung

image

Interessierte BürgerInnen ohne Platz

Es gibt Ausschussvorsitzende, die haben ihre Sitzungen im Griff. Leider gehört der derzeitige Vorsitzende des Ausschusses für Stadtplanung Tempelhof-Schöneberg Reinhard Jahnke (SPD) nicht dazu.

Zur heutigen Sitzung setzte Jahnke zwei heftig umstrittene Bebauungspläne auf die Tagesordnung (BautzenerBrache und Viktoriakiez) und lud dann noch den Architekten des aktuell hoch umstrittenen Vorhabens Crellestraße 22a/23 zur Präsentation ein. Der reguläre Sitzungssaal war dafür natürlich zu klein, schätzungsweise 100 Zuhörer drängelten sich ohne  ausreichende Sitzgelegenheiten auf dem Fußboden und entlang der Wände. Anstatt den für solche Teilnehmerzahlen gerade noch ausreichenden Luise-Schröder Saal zu bestellen, programmierte Jahnke so grund- und sinnlos das Chaos. Als anderthalb Stunden nach Sitzungsbeginn die bei bereits bestehendem Baurecht völlig sinnlose Projektvorstellung immer noch nicht abgeschlossen war, passierte das Übliche:

Piraten-Bezirksverordneter Ickes brüllt herum, feinsinnige Architekten aus der Crellestraße möchten Detailfragen geklärt wissen und Herr Olschewski von der CDU säuselt mit Blick auf die zahlreich anwesenden BürgerInnen substanzlose Bedenken (zu einem Projekt mit Baurecht!) vor sich hin und verschweigt dabei, dass sein ehemaliger Baustadtrat Bernd Krömer (CDU) bereits 2006 unter dubiosen Umständen das heute bestehende  Baurecht geschaffen hatte.

Wer so tagt, schafft sich die Politikverdrossenheit ohne Probleme.

Crellestraße – 3 Linden und zwei Planungsfehler

Manchmal müssen Anwohner für die absichtlichen Sünden der Verwaltung (in diesem Fall von Ex-Baustadtrat Bernd Krömer (CDU) büßen. Manchmal ist Verwaltung aber einfach auch nur vertrottelt und verpeilt. Wenn jetzt in der Crellestraße an der Langenscheidt-Brücke ein ebenso gesichtsloser wie massiver Block mit Eigentumswohnungen entsteht, dann ist das so ein Fall und die Folge von Beidem:

Die neu gegründete Bürgerinitiative kritisiert zu recht, dass an dieser Ecke massiv gebaut wird und dafür drei große Straßenbäume fallen sollen. Ein weiterer Artikel mit diesem Tenor findet sich auf dem rote-insel.blog. Den Betroffenen scheint es so, als hätte sich die Bezirkspolitik gegen sie verbündet und das würde momentan die aktuell zuständige Stadträtin Sibyll Klotz (Grüne) treffen. Dem ist aber nicht so. Eingetütet hat diese (das muss einmal so deutlich gesagt werden) Planungssünde der immer wieder durch überraschende und nicht kontrollierbare Winkelzüge aufgefallene Ex-Stadtrat Bernd Krömer (CDU) – er und nur er erteilte an den Gremien vorbei einen positiven Bauvorbescheid, auf den sich der Bauherr jetzt stützen kann. Und die bezirkliche Verwaltung verpeilte es schon vor Jahren (hier wie noch viel gravierender im Bahngraben entlang der Eylauer Straße). Obwohl bekannt war, dass die Entlassung großer Flächen aus dem Herrschaftsbereich der Bahn bevorsteht, verzichtete die Bezirksverwaltung letztlich (gegen die Beschlüsse der BVV) auf eine geordnete Bauplanung für diese Flächen. Und das führt letztlich dazu, dass am “Viktoriakiez” überwiegend im unbeplanten Außenbereich gebaut wird und an der Crellestraße ein außerordentlich bauherrenfreundlicher Bauvorbescheid herausgereicht werden konnte, ohne gegen aktuelles Planungsrecht zu verstoßen. Denn es gab dort kein Planungsrecht, als Krömer selbstherrlich die Bauherren beschenkte.

Der in solchen Fragen überhaupt nicht zuständige, aber immer gern kommentierende Wahlkreisabgeordnete Lars Oberg (SPD) hat dies auf der SPD-Homepage ausführlich und zutreffend dargestellt. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Wahrscheinlich werden jetzt auch die Anwohner der Crellestraße hoffen, dass Krömer möglichst bald seinen Job als Staatssekretär bei CDU-Chef Frank Henkel verliert. Linden wachsen schneller als solche “Kommunalpolitiker” verschwinden.

Kriegerin von der SPD

Gestern zeigte die lokale SPD-Abteilung im Xenon den Film “Kriegerin (2011)” des jungen Regisseurs David Wnendt. Der noch vor Bekanntwerden der NSU-Morde abgedrehte Film lief am 19.01.2012 an und zeigt atmosphärisch dicht die Entwicklung zweier Frauen auf, die sich als “Nazibräute” im Umfeld einer ostdeutschen Naziclique bewegen.

Mich faszinierten viele Details, etwa die beeindruckende Hauptdarstellerin Alina Levshin  mit ihrer Bockigkeit und Gewalttätigkeit oder auch die Locations von den Ruinen in Prora über den Elbstrand bei Dessau-Roßlau, einen unglaublich piefig-provinziellen Supermarkt und aufgelassene ehemalige Russenkasernen. Selbst der uralte rote VW-Golf II, der erst als Werkzeug eines Mordversuchs und danach als immer wieder nicht anspringendes Fluchtfahrzeug dient wirkt wie unmittelbar aus der deutschen Provinz herbei geholt. Sicherlich ist der Film “bunter als das Leben”, die Nazis sind bis zur Folklore tätowiert, amateurhaft, grell und trinkfreudig. Das wird dem Film oft vorgeworfen – wie ich meine zu Unrecht. Ein Spielfilm ist keine Wirklichkeit und soll auch keine Wirklichkeit sein. Und der Film über die stille, organisierte und subversive Mordserie des NSU-Trios muss erst noch gemacht werden.

Schön und unbedingt wiederholungsbedürftig – Kiezkino im Xenon sollte zur Regel werden!

Rating: ★★★★☆

Arbeitsweg bei Hochwasser

Wer in diesen Tagen in Dessau (bei Mulde und Elbe) arbeiten muss wie Christel, der/die/das hat einen gefährlichen Arbeitsweg.

... unter einer Fußgängerbrücke bei Roßlau, Sachsen-Anhalt

… unter einer Fußgängerbrücke bei Roßlau, Sachsen-Anhalt

Und warum muss das Umweltbundesamt unbedingt in den tiefsten Osten neben die Hochwasser-Elbe? Damit die blöden Umweltschützer/innen möglichst weit ab sind vom Schuss!