Acapella – John Willams is the man!

It’s a world of acapella

singen die Nylons in einem ihrer vielleicht rasanten Acapella-Arrangements. Und eine eigene Welt ist auch, was dieser Videokünstler da gemacht hat – einstimmig vierstimmig witzig und auch visuell sehr ansprechend. Ein Profi in der visuellen Präsentation, dieser Corey Vidal. Eingesungen hat das eine mir unbekannte Acapella-Gruppe namens „Moosebutter„, jedoch gab es heftige Auseinandersetzungen um das Urheberrecht zwischen Google und dem Verlag von John Williams, wie wir einem Artikel bei Wikipedia entnehmen können. Playback der originellen Art und ein sehr schönes Arrangement von „Moosebutter“.

Good Morning, Trio (Emmylou Harris, Linda Ronstadt, Dolly Parton)

Das Projekt Trio der drei großen Damen des Country war ebenso außergewöhnlich wie einmalig. Drei doch sehr unterschiedliche Künstlerinnen tun sich zu einem akustisch begleiteten Gesangstrio zusammen, bei dem jede Künstlerin Songmaterial und Lead-Stimme beisteuert. Das ganz begleitet von den besten akustischen Musikern der damaligen Zeit. Durch die wirklich sehr unterschiedlichen Stimmen der Drei und auch das sehr breit gefächerte Songmaterial entstand daraus mit dem Album Trio
[amazonjs asin=B000002LAC] eins der besten Country-Alben aller Zeiten. Zeitlos, modern und mit Interpretationen, die jede für sich so gekonnt, einfühlsam und angemessen daher kommen wie ein kleine schöne Perlen.

Das Nachfolgealbum Trio II war dann nicht mehr ganz so überragend in meinen Augen, obwohl die Damen weiterhin nichts von Ihren überragenden Fähigkeiten eingebüßt hatten.

Sehr schön zu sehen auf diesem uralten Video – die immer wieder überragende Linda Ronstadt singt die Wolken herunter und wird dabei begleitet von einer sehr reserviert-vollbusigen Dolly Parton, einer geradzu ergriffen sich zurückhaltenden Emmylou Harris und im Hintergrund schwingt Sam Bush die Mandoline zusammen mit einigen dezenten Herren, die gekonnt die Saiteninstrumente bedienen.

Ist doch ergreifend, oder?

Lyle Lovett – Natural Forces (2009)

Covers, Kunkel und wenig Eigenes. Das neue Album von Lyle Lovett

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Lyle Lovett hat zu diesem Album nur etwa die Hälfte der 11 Songs selbst oder als Co-Autor beigesteuert. Seine eigenen Stücke wie der Titel-Track oder die musikalisch krachende und textlich witzige Nummer „Pantry“ oder auch der vertrackt-moderne Swing von Farmer Brown mit seinen vielen Tempo- und Rhythmuswechseln gefallen mir etwas besser als die Coverversionen von Townes van Zandt, Elskes und Ball, die doch mehr im Modern-Country stehen und mir im Text oft viel zu pathetisch daher kommen.

Was dieses Album gut macht, ist vor allem die Musik: Mitreißend, abwechslungsreich und gekonnt bauen der langjährige Drummer Lovetts Russ Kunkel und Victor Krauss (Bruder von Bluegrass-Star Alison Krauss) mit seinem abgrundtiefen, rollenden und orgelnden Kontrabass auch die kompliziertesten Grooves auf. Einsätze und Tempowechsel wie von einem anderen Stern – treibend, filigran und abwechslungsreich. Pianist Matt Rollings markiert mit seinen typischen Stakkato-Figuren und seiner rollenden Begleitung das Gerüst, auf dem sich Lovett mit seiner minimalistisch-gekonnten Akustikgitarre, Dean Parks sehr geschmackvolle E-Gitarrensounds sowie Stuart Duncan mit seiner ausdrucksvollen Geige tummeln. Duncans Violinspiel ist so tragend und melodiös, dass Sam Bush -selbst ein Superstar mit der Geige- auf diesem Album ausschließlich Mandoline spielt. Und das kommt gut, denn Bush ist mit seinem präzisen Spiel und seinem Rock-Feeling auf der Mandoline eine echte Bereicherung für jede akustische Band. Dies ist eine der besten vorwiegend akustischen Bands derzeit.

Und der Sound dieses Albums ist eine absolute Perle – wie macht Lovett das bloß? Jedes seiner Alben klingt besser als das andere: Durchsichtig das Klangbild, fein ziseliert die Saiteninstrumente, grollend der Bass. Und das Schlagzeug von Russ Kunkel klingt, als würde es im heimischen Wohnzimmer stehen. Das hört man die Becken schwingen und der sanfte Punch der Bassdrum bewegt hörbar ein Trommelfell und nicht einen Sampler. So macht überwiegend akustische Musik richtig Spaß. Und vielleicht gibt es das nächste Mal ja wieder ein paar mehr der lakonischen Songs von Lovett selbst.