Ry Cooder lebt ohne Auto

Ry Cooder (from: http://www.rycooderstuff.co.uk/)

Ry Cooder ist vielleicht -abgesehen von Eddie van Halen- der einflussreichste amerikanische Gitarrist der letzten 40 Jahre. Einflussreich, weil er das Blues-Revival mit seinen zahllosen Versionen uralter Titel des amerikanischen Songbooks einleitete. Einflussreich, weil er als Sessiongitarrist viele großartige Produktionen (unter anderem der Rolling Stones) prägte. Weil er im Film „Crossroads“ für einen glaubwürdigen Soundtrack sorgte, der direkt aus dem Delta zu kommen schien. Weil er mit „Little Village“ die beste „Supergroup“ der 80er formte. Und mit „Buena Vista Social Club“ die Welt wieder mal darauf aufmerksam machte, dass es außerhalb der internationalen Hitparaden auch noch andere Musikstile und Musiker gibt, welche die Seele zum Schwingen bringen.Und Ry Cooder ist auch unglaublich anspruchsvoll in der Wahl seiner Veröffentlichungen. Viele gute Live-Auftritte, wie etwa das legendäre zwei Tage dauernde Set seiner damaligen Band in Santa Cruz 1982 ließ er nicht veröffentlichen – warum, weiß nur der Meister selbst.

„Crazy `bout An Automobile“ – eine der gelungensten Live-Nummern dieses Sets sollte man mal gehört haben. Schon wegen der rasanten Gesangseinlagen und des entspannten Grooves:

Das musikalische Geheimnis Cooders liegt darin, alle denkbaren Dudeleien eines guten Gitarristen einfach wegzulassen. „He leans back“ beschreiben das manche. Und wenn er mit John Lee Hooker spielt, dann ist da nur noch spannende Leere, wie hier:

Und wer dann auf den Geschmack gekommen ist, sucht bei youtube oder hier weiter.

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