Cashback ist sehenswert

Die britische Komödie des Regisseurs Sean Ellis Cashback (2006) ist wirklich sehenswert. Bereits die ersten Einstellungen (ein in Zeitlupe/Stummton minutenlang keifendes Frauengesicht, eine in Zeitlupe fliegende und dann einfrierende Kaffeetasse und Ikea-Lampe) wecken Interesse.

Ein gelungener Film zwischen allen Genres. Eigenwillige Erzählweise, raffinierte Verwendung von Standbildern, gut passende Filmmusik, authentische Schauspieler (vom schwerenötigen jungen Hauptdarsteller bis zum Supermarktchef) und der Film thematisiert sogar die Untiefen der Arbeitswelt, was im offiziellen Hollywood-Kino praktisch nicht vorkommt. Die komischen Akzente sind effektsicher gesetzt. Und der Film zeigt sogar (was heute ebenfalls sehr selten ist) unverkrampft “nackte Tatsachen”. Und hat einen wirklich niedlichen männlichen Hauptdarsteller, der wie ein britischer Peter Pan durch die immer wieder einfrierenden Standbilder wandert. Der Film hat viel Charme und eine subtile Erotik, wie Justin Chang1 richtig schreibt:

Slickly charming, genteelly erotic and directed with supreme polish

Raffiniert versteckte Anspielungen auf Fellinis autobiographisches Meisterwerk “Amacord” und “Gladiator” machen viel Spaß. Der bezaubernde nackte Frauenpo des schwedischen Aupair Mädchens passt ebenso in den Film wie die derben Rüpeleien der Kollegen im Supermarkt oder das mit viel Spaß am Klamauk inszenierte Fußballspiel. Nicht nur deshalb: Sehenswert!

Rating: ★★★½☆


  1. in variety.com 

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