Nanci Griffith, One Fair Summer Evening (1998)

Nanci Griffith live – CountryFolkPop einer schönen Stimme

Nanci Griffith veröffentlichte schon 1978 ihr erstes Album und ist mit einer brillianten Singstimme gesegnet, die ihren Gesang durch den Druck und die sanfte Härte geradezu zwangsläufig in die Nähe des Country rückt. Und sie ist eine sehr aktive und überzeugende Songwriterin, deren Songs wie „Love At The Five And Dime“ durch lebensnahe Bilder und Poesie sowie cleveres Songwriting überzeugen. Der ganz große kommerzielle Erfolg blieb ihr wohl nur versagt, weil ihre Alben mit Ausflügen in Pop und Folk schlicht und einfach in kein Formatradio passen und damit bei den „normalen“ Countryhörern nicht ankommen.

Auf diesem 1998 entstandenen Live-Album bringt sie neben einigen eigenen Songs auch interessantes Fremdmaterial. Ihre leise und nachdenkliche Interpretation der Ballade „From A Distance“ ist ebenso überzeugend wie der Opener „Once in a very blue moon“ – Titelsong ihres Albums von 1984. Es wird nie kitschig, nie langweilig und immer wieder faszinierend der Unterschied zwischen Sprech- und Singstimme: Leise und fast quiekig die Ansagen und voll, getragen und durchdringend der Gesang. Griffith begleitet sich (wie ich finde sehr geschmackvoll und gekonnt) selbst auf der Gitarre mit einer sehr umsichtig-zurückhaltenden Band – ein wunderbares Live-Album und zugleich ein guter Einstieg in das Werk dieser völlig unterschätzten Künstlerin.

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