Oscar Peterson macht Spaß

Immer noch Swingtime, aber heute im Trio mit Spaß:

Oscar Peterson war sicherlich einer der fingerfertigsten und technisch brilliantesten Jazzpianisten aller Zeiten. Viele Noten und immer an der richtigen Stelle. Er hat unglaublich viel aufgenommen und hier ist eins seiner besten Alben:

Entspannt, unglaublich groovend und stilsicher swingt sich die Band mit dem Trompeter Clark Terry durch Titel, die man so noch nicht gehört hat: Mack The Knife – ein Standard. Aber so schnell, unglaublich stilsicher, mit so knappen und gekonnten Soli, das macht einfach Spaß.

Beim Titel „Mumbles“ liefert Clark Terry einen so präzisen, farbigen und rhythmisch perfekt Scat-Gesang ab – es ist die reine Freude. Aber nicht nur die rasanten Titel kommen gut, auch Balladen wie den langsamen Blues „I Want A Little Girl“ haben viel Ausdruck und Stil. Und immer dann, wenn Peterson mit seinen unglaublichen technischen Möglichkeiten abheben könnte, fällt Clark Terry ein und sorgt für Bodenhaftung. Sein ausdrucksvolles und bluesverbundenes Spiel. Und sein „Gesang“…. einfach süß.

Und nie wird es verspielt oder einfallslos. Was bei dem bekannten Album „We Get Requests“ manchmal etwas in Fingerfertigkeitsübungen abdriftet, bleibt hier Musik. Der Sound (das Album wurde remastered) ist natürlich und ausreichend transparent; teilweise hört man leichtes Bandrauschen, was aber nicht stört. Die Räumlichkeit fand ich etwas bescheiden (Bass rechts, Becken links), aber das ist bei einem Trio plus Trompete eher nebensächlich. Jedenfalls kommt der grollende tragende Bass von Ray Brown ebenso klar rüber wie die spannenden Akzente von Drummer Ed Thigpen auf Snare und Becken.

Rating: ★★★★☆ DR = 11

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