Julia Hülsmann lässt es krachen

Julia Hülsmann lässt es krachen – tolle Randy Newman Cover,
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Wir kennen das Julia Hülsmann Trio als zurückhaltend, fast ernst mit anderen Sängern wie Rebecca Backen und Roger Cicero. Aber hier lassen Sie es so richtig krachen:Wohl inspiriert durch die fantastisch druckvolle und rauhe Stimme der Sängerin Anna Lauvergnac schwingen sich vor allem auch die ständigen Begleiter von Julia Hülsmann, der bodenständig, oft grollend spielende Kontrabassist Marc Muellbauer und immer verspielt und fordernd Heinrich Köbberling (dr) zu Rhythmusattacken und funkigen Passagen auf. Da werden Randy Newman’s Songs – im Original oft elegisch und getragen – zu bösartig rockigen (Let’s Burn Down The Cornfield), ironisch verspielten (Mama Told Me Not To Come) oder vertrackt zappelnden- (You Can Leave Your Hat On, Baltimore) Kabinettstückchen aus der Ecke „Fusion meets Modern Jazz + Rock Singer“.

Beeindruckend auch die kompositorische Leistung von Julia Hülsmann: Wie sie das (politisch unkorrekte-) „Short People“ als Instrumental kurzerhand in ein 8-Minuten Feuerwerk aus kleinteiligen Rhythmen zerlegt, das ist überragend. Überragend auch das unglaublich bediente, funkige Spiel der Bandleader am Fender-Rhodes. Herbie Hancock und Donald Fagen lassen grüßen; das ist wohl die rockigste Platte dieser anspruchsvollen Jazzmusiker überhaupt.

Nur die letzten drei Songs fallen leider deutlich ab. Ansonsten bringen diese Interpretationen (ähnlich wie Holly Cole’s Album „Temptation“, aber wesentlich anspruchsvoller) Randy Newmann und seine einmaligen Kompositionen sicher in’s 21. Jahrhundert. Geht ab wie die Luzie und überzeugt auch den anspruchsvollsten Jazzfreund!

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